Seit meiner frühesten Kindheit war ich schon immer lieber im Wasser als an Land. Ich nutze jede Möglichkeit, um im Wasser zu sein. Jede einzelne Sekunde davon genieße ich in vollen Zügen. Ich bin immer die Erste, die ins Wasser geht, und die Letzte, die wieder rausgeht. Deswegen hatte ich als Kind den Spitznamen: Wasserratte!

Wenn ich im offenen Meer bin und ein paar Meter unter der Oberfläche tauche, ist es einfach nur still. Der ruhigste Ort der Welt – überwältigend, unendlich, bewegend.

Meine Gedanken, die sonst den ganzen Tag Achterbahn fahren, sind still. Ich denke an nichts, mache mir keine Sorgen, fühle mich frei und existiere einfach nur im Hier und Jetzt.

Hier spürt man erst einmal wie klein man ist, wenn man in der unendlichen Weite des Meeres treibt.

Great Barrier Reef

Während meiner Zeit in Australien konnte ich leider nur einen Bruchteil des Great Barrier Reefs sehen. Aber das was ich gesehen habe, war wunderschön.


Überall sind bunte Korallenriffe, Anemonen mit Clownfischen, Doktorfische, Rochen, Nacktkiemer, riesige bunte Muscheln, Lippfische, Schildkröten, Federsterne, Seesterne, Barracudas und vieles mehr. Und wenn man Glück hat, sieht man auch mal einen Hammerhai oder Riffhai. Leider blieb mir dieses Glück verwehrt. Jedoch habe ich dafür Buckelwale und ihre Babys gesehen. Das war ein wunderschöner und majestätischer Anblick. Unter Wasser konnte man sogar manchmal ihren Gesang vernehmen. Am Anfang konnte ich das Geräusch nicht ganz zuordnen und ich dachte mit meinem Equipment würde etwas nicht stimmen. Ich hatte zuvor noch nie Walgesang gehört. Aber einer der anderen Taucher hat mir dann erklärt, was es war.


Zwischen Juni und Novemeber ist an der Ostküste Walsaison. Deswegen ist es zu dieser Jahreszeit sehr wahrscheinlich, dass man einen Wal sieht.

Das Tauchen am Great Barrier ist nicht anspruchsvoll, aber dafür gibt es viel zu sehen. Wenn ich gekonnt hätte, wäre ich den ganzen Tag lang unter Wasser gewesen.

Ich bin drei Mal mit einem Boot vom Cairns Dive Centre rausgefahren und hatte jedes Mal riesen Spaß. Die Tour hat den ganzen Tag, von 9-17Uhr, gedauert und wir waren an zwei verschiedenen Tauch-/Schnorchelspots. An den Spots waren keine oder so gut wie keine anderen Boote. Also hatte man das ganze Riff für sich und die anderen Tourmitglieder. Die Crewmitglieder hatten immer ein paar Witze auf Lager oder haben einen mit fundiertem Wissen über das Great Barrier Reef beeindruckt. Außerdem war das Mittagessen super lecker.

SS Yongala

Neben dem Great Barrier Reef habe ich das Schiffswrack, SS Yongala, betaucht. Zu der SS Yongala gibt es eine traurige Geschichte.

Die Yongala war ein Passagierschiff, welches am 23. März 1911 vor Townsville an der Ostküste Australiens von einem Zyklon versenkt wurde. Alle 122 Passagiere und Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben und ihre Leichnamen wurden nie gefunden. Das Wrack der Yongala wurde erst 1958 gefunden. Die genauen Umstände konnten nie geklärt werden, da es keine überlebenden Augenzeugen gab. Bis heute zählt ihr Untergang zu den größten Schifffahrtsunglücken Australiens.

Mittlerweile wird die Yongala von Fischen und Reptilien bewohnt. Das Wrack ist als solches fast gar nicht mehr zu erkennen. Es wurde von Korallen, Federsternen und Muscheln übernommen. Im und um das Wrack herum leben Rochen, Haie, Seeschlangen, Schildkröten, Muränen, Zackenbarsche, Süßlippen, riesen Trevallies, Barracudas und viele mehr. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viele Fische an einem Ort gesehen. Es war einfach überwältigend. Man wusste gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll.

Die SS Yongala ist eine Mischung aus Rätseln, Geschichte und Abenteuer.

Das Tauchen bei der Yongala ist relativ anstrengend, da dass Wrack mitten im Meer liegt und somit starken Strömumgen ausgesetzt ist. Zudem liegt das Wrack bei einer Tiefen von 20-30m, weswegen Taucher mindestens einen “Advanced” Tauchschein haben sollten.

Den Tagestrip zur Yongala haben wir mit Yongala Dive gemacht. Hierfür haben wir eine Nacht in Ayr in einer Unterkunft von Yongala Dive verbracht. Der Trip startete morgens um 8 Uhr und um ca. 14Uhr waren wir wieder zurück am Festland. Auf dem Boot wurden Getränke und Snacks zur Verfügung gestellt und um 14Uhr gab es ein BBQ bei der Tauchschule.

Wir haben uns für Yongala Dive entschieden, da diese einer der wenigen Tauchschulen sind, die von Ayr aus rausfahren. Die meisten Tauchschulen fahren von Towsville raus zu dem Wrack, aber die Fahrt dauert dann 1-1,5 Stunden. Während man von Ayr nur 30 Minuten bis zum Wrack rausfährt.

Die SS Yongala ist eines der schönsten Tauchspots, die ich je betaucht habe. Außerdem ist Yongala Dive eine super Tauchschule. Deswegen überlege ich momentan, ob ich nächstes Jahr meinen Dive Master dort mache.


Ich hoffe, der Blogbeitrag hat euch gefallen

&

kann euch zum Tauchen inspirieren.