Meine Reise nach Australien begann relativ holprig. Nachdem ich schon fast 48 Stunden wach war und insgesamt 20 Stunden im Flieger verbracht hatte, landete ich endlich in Melbourne. Meinem letzten Stop vor meinem Ziel: Cairns. Alles lief bisher reibungslos und ich war fast an meinem Ziel angekommen. Ich musste nur mein Gepäck abholen und wieder neu einchecken. Aber leider war es am Ende doch nicht so einfach.

Die Dame am Check-in sagte mir, dass das Reisebüro, über die ich immer meine Flüge buche, vergessen hat meinen Flug von Melbourne nach Cairns zu bezahlen. Also stand ich völlig planlos in Melbourne am Flughafen und versuchte Ruhe zu bewahren. Die nette Dame am Check-in nannte mich die ganze Zeit “Honey” oder “Sweetie” und versuchte mich mit small talk abzulenken, während sie mit der Airline telefonierte, um mich noch irgendwie in das Flugzeug zu bekommen. Trotz ihrer unglaublichen Bemühungen, hat es leider nicht funktioniert und ich musste mir einen Plan B überlegen. In dem Moment war das einfach alles zu viel für mich und der Stress der letzten Wochen (Autounfall und schlimme Fehldiagnose vom Frauenarzt) brach über mich zusammen. Ich stand also mitten in Melbourne am Flughafen und fing an zu weinen.

Ich fragte mich, wie viel Schlimmes noch passieren wird, bevor ich mein Ziel erreiche. Waren all diese Dinge vielleicht Zeichen? Sollte ich mein Ziel einfach nicht erreichen? Aber seit wann glaube ich an Zeichen? Ist das nicht einfach eine Begründung, die ich mir selber gebe, damit all die schlimmen Dinge der letzten Wochen Sinn ergeben? Aber manchmal ergeben die Dinge keinen Sinn. Sie passieren einfach. Ohne Vorwarnung oder Erklärung. Man muss nicht für alles eine Erklärung finden. Manchmal reicht es einfach wieder aufzustehen und seinen Weg weiterzugehen.

In Deutschland war es mittlerweile Mitternacht, also hatte ich keine Chance das Reisebüro zu erreichen, damit das Problem mit dem unbezahlten Flug gelöst werden konnte. Meine einzige Option war es nun einen neuen Flug zu buchen. 

Mit 2 Stunden Verspätung landete ich dann endlich in Cairns! Obwohl mein Start in Australien recht holprig war, verliebte ich mich sofort in dieses Land und seine Leute! Die Natur ist einfach so unglaublich schön. Der Ausblick aus dem Flugzeug war phänomenal.

Außerdem wurde ich mit so viel Wärme und Herzlichkeit empfangen. Jeder in diesem Land schien einfach gute Laune zu haben. Von Anfang an wusste ich, dass es einer meiner härtesten Abschiede wird, wenn ich dieses Land wieder verlasse. Jedoch auf der anderen Seite wusste ich auch, dass ich wiederkommen werde und dass es dann vielleicht sogar für immer ist!

Australien hat einfach so unglaublich viel zu geben! Es hat eines der schönsten Tauchspots (Great Barrier Reef, SS Yongala), eines der ältesten Dschungel, verschiedene Klimazonen, viele verschiedene Tierarten (die meisten davon sind tödlich) und die aufgeschlossensten Menschen. 

Meine Zeit in Australien verging viel zu schnell! Insgesamt war ich 3 Wochen da, um meinen Freund zu besuchen. Schon nach den ersten paar Tagen waren meine Probleme der letzten Wochen wie weggeblasen. Es hat mich gar nicht mehr gekümmert oder beunruhigt.

Die meiste meiner Zeit in Australien war ich Unterwasser. Ich habe das Great Barrier Reef in Cairns und die SS Yongala in Ayr betaucht. Beides unglaublich schöne und faszinierende Tauchspots. Zu der SS Yongala, ein Schiffswrack, gibt es eine traurige Geschichte. Die euch in meinem nächsten Blogpost übers Tauchen erzählen werde. 

Meine Zeit an Land habe ich damit Verbracht die Gegend zu erkunden. Mein Freund und ich waren öfter im botanischen Garten in Cairns oder wandern bzw. “klettern”. Der schönste Ausflug, den wir gemacht haben, war nach Cape Tribulation. Wir waren mitten im Dschungel in einem Bach baden, haben uns an Lianen geschwungen, riesige Krokodile gesehen und hatten den witzigsten Tourguide. Normalerweise bin ich kein Fan von geführten Touren. Ich erkunde lieber alles selber und in meinem eigenen Tempo ohne 50 andere Touristen. Aber diese Tour war ganz anders. Das Unternehmen hieß Uncle Brian’s und ich hatte noch nie so viel Spaß während einer Tour. Wir waren eine kleine Gruppe von ca. 10 Leuten und wir konnten uns selber aussuchen was wir alles in Cape Trip machen wollen. Es gab keinen Zeitdruck und alles war super entspannt. Der Tourguide war pausenlos am Quasseln und hat uns alle zum Lachen gebracht. Es war eher als wäre ich mit meinen Freunden unterwegs und nicht mit 8 Fremden und einem Guide. Auf der Rückfahrt nach Cairns hat jeder von uns einen seiner Lieblingssongs angemacht und wir haben alle mitgesungen. Mir ist so etwas noch nie zuvor bei einer Tour passiert. Ich bin froh, dass ich die Chance genutzt habe und nun ein positiveres Bild von geführten Touren habe.

Der Abschied von Australien und meinem Freund war, wie vorgesehen, herzzerreißend. Obwohl ich wusste, dass ein neues Abenteuer in Thailand auf mich wartet, war ich noch nicht bereit zu gehen. Ich hatte in den 3 Wochen nicht genug von Australien gesehen. Mir fehlte noch so viel. Aber auf der anderen Seite war das nur ein weiterer Grund um wiederzukommen!

Ich freue mich schon auf das nächste Mal, Australien!