Hi meine Lieben,

2016 war ich das erste Mal in Kolumbien und es war der hammer! Direkt am Flughafen hat man schon gemerkt, dass man nicht mehr in Europa ist. Überall laufen Leute rum und wollen dir Essen oder irgendeinen KrimsKrams verkaufen. 

Der Flughafen José María Córdova ist etwas außerhalb von Medellin, weswegen wir dann erstmal den Bus nehmen mussten. Auf der Busfahrt hat man gesehen, dass Medellin in einem Tal liegt und von riesigen Bergen umgeben ist. Die Fahrt nach unten war sehr kurvenreich, aber der Ausblick war wunderschön. Alles war grün, ganz anders als auf Curacao. Von der Innenstadt aus sind wir dann weiter zu unserer Airbnb Unterkunft gefahren. Wir haben uns dafür ein Taxi genommen, denn in Kolumbien ist Taxifahren super billig. Jedoch kennt in Kolumbien anscheinend kein einziger Taxifahrer die Straßennamen :D. Das hat das ganze etwas komplizierter gemacht. Naja, nach langem hin und her Gefahre und nachdem wir drei Mal an unserer Unterkunft vorbeigefahren sind, haben wir es Dank Google Maps und freundlichen Nachbarn dann doch endlich gefunden. Der Taxifahrer war keine große Hilfe. Das war das erste Mal für uns, dass wir über Airbnb eine Unterkunft gebucht haben. Es hat aber alles super geklappt und Nathalie und David waren tolle Gastgeber. Nathalie kam sogar aus Deutschland, ist aber für ihren Mann David nach Kolumbien gezogen.

Am ersten Tag haben wir nur unsere Nachbarschaft erkundet, denn wir waren viel zu erledigt vom Flug und viel zu überwältigt von Kolumbien. Der zweite Tag fing mit der Erkundung des Bus- und Bahnsystems in Medellin an. Es war ziemlich einfach zu verstehen und sonst konntest du auch immer wen fragen, denn die Kolumbianer sind super hilfsbereit und reden natürlich nur zu gerne mit den “Gringos”. In den ärmeren Viertel, genannt Comunas, gibt es sogar ein Gondelsystem, was teilweise umsonst ist. Wenn man die Gondel bis zum Ende nimmt, hat man einen unglaublichen Blick auf Medellin und seine Wälder. Am Ende sind wir im Parque Arvi gelandet. Eine riesige Waldfläche mit tropischen Pflanzen und einem kleinen Markt am Anfang des Parks. Schon dort hat man den Höhenunterschied zu Deutschland gemerkt und das in Kolumbien ein Berg etwas anderes ist als in Deutschland.

Justus und ich haben uns nie gescheut in den Comunas zu essen oder von irgendeinem Straßenstand was zu kaufen. So lange es gut roch und aussah, haben wir es probiert. Und meistens war es auch ziemlich gut! Ich habe es nie bereut, das günstige Essen zu essen. Sogar im Gegenteil. Die Leute an diesen Ständen sind super freundlich und wollen dich immer sofort in ein Gespräch verwickeln, denn du bist einer der wenigen Gringos, die sie bisher in ihrem Leben gesehen haben. Sie wollen mehr von einem erfahren und wollen wissen, wie man ihr Land einschätzt und ob es einem gefällt. Ich habe nie ein netteres oder stolzeres Volk kennengelernt. Die Menschen in diesem Land sind einer der Gründe warum ich mich in es verliebt habe! Sie sind immer nett und hilfsbereit und haben ein Lächeln auf den Lippen. Umso weniger sie haben, umso glücklicher sind sie! 

Nach drei Tagen mussten wir leider schon wieder unsere Airbnb Unterkunft verlassen. Wir haben aber ganz in der Nähe eine andere gefunden. Bei Alejandro. Er kommt aus Kolumbien und hat uns erstmal alles über sein Land erzählt. Er hat sogar eine Stadtführung mit uns gemacht und uns die besten Lokale gezeigt. Ich habe noch nie einen Kolumbianer getroffen, der mehr über Deutschland wusste als ich. Alejandro wusste alles! Er findet Deutschland super interessant und kennt mehr deutsche Filme als ich :D. Er ist ein Fan der deutschen Filmkunst und er liebt alles was mit Geschichte zu tun hat. Egal welches Land. Die Zeit bei Alejandro hat mich bereichert und zum Nachdenken angeregt. Danke dafür Alejandro! Ich hoffe wir sehen uns irgendwann wieder!!

Während unserer viel zu kurzen Zeit in Medellin waren wir oft in Kirchen oder Museen. Die Kirchen dort sind einfach nur wunderschön. Oder wir sind durch die Gegend gelaufen und haben alles erkundet was uns angesprochen hat. Die Stadt hat eine wunderschöne Architektur und ist voll von Kunst. Überall stehen Statuen von Botero oder kunstvolle Graffitis schmücken Mauern oder Hauswände. Ich habe so viel Obst gegessen wie noch nie in meinem Leben. Obst und Gemüse ist in Kolumbien einfach super günstig und so unglaublich lecker. Wir haben fast jeden Tag Mangos und Avocados gegessen. Alle paar Meter wurden wir auch von Leuten angesprochen, ob wir nicht Drogen kaufen möchten. Aber mehr als fragen tun sie nicht. Einmal hat uns sogar ein Kolumbianer, Andrés, auf Deutsch angesprochen. Es hat mich wirklich überrascht, dass jemand aus Südamerika Deutsch spricht. Deutschland ist so ein kleines Land und man braucht Deutsch auch nur dort. Nicht wie Spanisch. Es wird in 20 verschiedenen Ländern gesprochen. Und dann ist sie auch noch super schwer zu lernen. Ich war ziemlich beeindruckt. Zu dritt sind wir dann noch in das Kunstmuseum gegangen und haben uns viel auf Spanisch und Deutsch unterhalten. Andrés haben wir auch noch ein paar Mal auf unserer Reise durch Kolumbien wiedergetroffen. Aber immer nur zufällig.

Nach 8 Tagen neigte sich unsere Zeit in Medellin leider dem Ende zu. Ich werde diese wunderschöne Stadt und ihre liebenswerten Menschen niemals vergessen. Ich hoffe, dass ich eines Tages zurückkehren werde!!!