Hi ihr Lieben,

2014 habe ich die Schule beendet und ich wusste, ich musste noch etwas von der Welt sehen bevor ich wieder zur Schule gehe. Ich hatte einen unglaublichen Drang Asien zu sehen, also entschied ich mich für Thailand. Hierfür habe ich mir eine Organisation ausgesucht bei der man ehrenamtliche Arbeit leisten kann. Aber im Endeffekt war das eine beschissene Idee. Die Organisation war nicht das, was ich erwartet hatte.

Am 5. Dezember fing meine Reise nach Thailand an. Ich war so unglaublich aufgeregt, denn ich hatte bis dahin noch niemals Europa verlassen und ich wollte unbedingt Asien kennenlernen. Die Kultur, die Leute, das Essen, einfach alles …

Als ich aus dem Flughafen in Bangkok ging, hat mich die heiße Luft einfach nur erschlagen. Du konntest nicht einmal die Sonne sehen, aber es war so unglaublich schwül. Alles in dieser Stadt war so riesig und bunt. Du konntest einfach nicht wegsehen.

Ich habe gleich einen Bus nach Chumphon genommen, denn dort sollte ich für die nächsten drei Monate leben. Chumphon ist eine nicht touristische Stadt im Süden von Thailand. 

Die ersten zwei Wochen waren einfach nur schrecklich. Ich war schwer krank und bin fast gestorben. Ich habe es dort gehasst und mich so alleine gefühlt. Ich wollte einfach nur nach Hause und all das hinter mir lassen, aber ich konnte einfach nicht aufgeben. Ich habe von diesem Kontinent jahrelang geträumt. Also habe ich Thailand doch noch eine Chance gegeben. Und nach einer Woche habe ich auch schon angefangen mich besser zu fühlen. Genau zur richtigen Zeit, denn Weihnachten stand vor der Tür. Also haben die anderen Volontäre und ich, uns dazu entschieden Weihnachten am Strand zu verbringen. Wir haben dafür einen Plastikbaum und eine Lichterkette gekauft. Und damit sind wir dann mit den Rollern zum Strand gefahren. Es war nicht perfekt, aber es war das erste Mal seit zwei Wochen, dass ich lachen konnte. Dennoch war es merkwürdig Weihnachten im Sommer am Strand zu feiern!

Nach der Weihnachtszeit habe ich dann als Englischlehrerin gearbeitet und mit drei anderen Volontären in einem Haus gelebt. Wir haben fünf Tage die Woche gearbeitet und sind am Wochenende immer rumgereist. Manchmal hatten wir sogar länger frei, dann sind wir auch länger fortgeblieben. Zusammen sind wir nach Koh Tao und Koh Phangan gereist. Ich habe mich in Koh Tao verliebt und in die kleine Insel direkt daneben. Sie heißt Koh Nang Yuan und ist atemberaubend. Zudem habe ich die Liebe meines Lebens dort getroffen, aber das ist eine andere Geschichte …

Im Januar hat mich ein Teil meiner Familie besucht und wir sind nach Bangkok und Hua Hin gereist.

Ich war viel tauchen, klettern und bin einfach mit dem Roller durch die Gegend gefahren. Das erste mal in meinem Leben habe ich mich frei und wirklich lebendig gefühlt. Ich war niemandem Rechenschaft schuldig. Es ging nur um mich und meine Träume. Ich habe eine Menge großartiger Leute in diesem wunderschönen Land kennengelernt. Nach Thailand zu gehen, war die beste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe. Leider war mein Abenteuer schon nach drei Monaten vorbei. Ich war so unglaublich traurig darüber, dass ich sogar geweint habe.

Ich habe mich sehr verändert in Thailand. Auf mich alleine gestellt zu sein, in einem fremden Land, war am Anfang wirklich beängstigend, aber nach einer Weile war es einfach und ich wollte nie wieder gehen. Ich habe eine Menge über mich selbst gelernt, was ich wirklich vom Leben erwarte und dass ich stärker bin, als ich dachte. Bevor ich nach Thailand gegangen bin, ist eine Menge in meinem Leben passiert und dieses Land hat mir meine Ruhe wiedergegeben und der Abstand eine neue Sicht auf die Dinge.

Ich habe mich in die Natur, die Leute, die Kultur, die Tempel und natürlich das Essen dort verliebt. Dieses Land hat sich wirklich wie zu Hause angefühlt. Ich vermisse es jeden Tag und ich werde eines Tages zurückgehen.